| Bote des
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Doch selbst nicht der Handel,den die Presse so mit dem Krieg
eingeht und der nun wirklich vorn jener Käseausstellung 1914
über alles,was den Maden anheanheimfielimfiel,bis zu diesem Denkmal
reicht;kein Frevel,dessen die Zivilisation an der Schöpfung
fähig | wäreist - nichts vergleicht sich mit der wahnschaffnen
Tat,die solcher Wirklichkeit zuwuchs. Mag der Weg zu ihr vom
ausgehöhlten Wort geführt haben,mag die Presse | noauch hier der
|Unheilsbote sein,
| dasder
| eres zu verantworten hat - wir müssen ihm
danken,wenn er | esdas Unheil nur meldet,
| das, wdas vor jeglichem Ver-
such es zu deuten,bloss den Gedanken an RRettung gewährt,
bloss das Gefühl,mit allem,was zu meiden ist,in Wehrlosig-
keit verbunden zu sein;. uUnd bloss die Frage,wie lange es noch
dauern wird.Vor Augen,müde des Mords,vor Ohren ,müde des
Betrugs,vor allen Sinnen,die nicht mehr wollen und denen die
Mixtur aus | BlutNot und Lüge widersteht,
taumelnt und gell| ten
noch
diese täglichen Kommandos || es vorüber,
einer Pestgewalt,die alles
Erdenkliche gegen sich selbst vorkehrt:Vermögenseinziehung,
Aberkennung der Staatsbürgerschaft,Verhinderung der NNeubil-
dung politischer Parteien,Zulassung von Spielbanken,Ausschal-
tung von Wirtschaftskommissaren,Zulassung von nur einem
Drittel|| Zentrum als Hospitanten,Zwangsbeitritt | zurder Arbeitsfront,
Eingliederung der Studenten in den freiwilligen Arbeitsdienst,
ZZusammenschliessung der Musiker in die Fachschaft,Anmelde-
pflicht für mirt Erbkrankheit BBehaftete,Verhaftung von Verw-
wandten Entflohener,Anordnung zur Erhebung des rechten Ar-
mes,Erschiessung auf der Flucht.Wie lange noch?
eingeht und der nun wirklich vorn jener Käseausstellung 1914
über alles,was den Maden anheanheimfielimfiel,bis zu diesem Denkmal
reicht;kein Frevel,dessen die Zivilisation an der Schöpfung
fähig | wäre
Tat,die solcher Wirklichkeit zuwuchs. Mag der Weg zu ihr vom
ausgehöhlten Wort geführt haben,mag die Presse | no
|Unheils
danken,wenn er | es
such es zu deuten,bloss den Gedanken an RRettung gewährt,
bloss das Gefühl,mit allem,was zu meiden ist,in Wehrlosig-
keit verbunden zu sein;. uUnd bloss die Frage,wie lange es noch
dauern wird.Vor Augen,müde des Mords,vor Ohren ,müde des
Betrugs,vor allen Sinnen,die nicht mehr wollen und denen die
Mixtur aus | Blut
diese täglichen Kommandos || es vorüber
Erdenkliche gegen sich selbst vorkehrt:Vermögenseinziehung,
Aberkennung der Staatsbürgerschaft,Verhinderung der NNeubil-
dung politischer Parteien,Zulassung von Spielbanken,Ausschal-
tung von Wirtschaftskommissaren,Zulassung von nur einem
Drittel|| Zentrum als Hospitanten,Zwangsbeitritt | zur
Eingliederung der Studenten in den freiwilligen Arbeitsdienst,
ZZusammenschliessung der Musiker in die Fachschaft,Anmelde-
pflicht für mirt Erbkrankheit BBehaftete,Verhaftung von Ver
wandten Entflohener,Anordnung zur Erhebung des rechten Ar-
mes,Erschiessung auf der Flucht.Wie lange noch?
Legende
- Drucktext
- Typoskript
- Handschriftlicher Text, Karl Kraus
- Handschriftlicher Text, Druckerei oder Karl Kraus
- Graphenfolge in schwarzer Tinte
- Graphenfolge in Blei
- Graphenfolge in rotem Farbstift
- Graphenfolge in blauer Tinte
- Graphenfolge in blauem Farbstift
Getilgte GraphenfolgeZurückgenommene Tilgung- Unterstreichung
- Zurückgenommene Unterstreichung
- Graphenfolge mit Umrandung
- Zurückgenommene Umrandung
- Handschriftlicher Text, nachgezogen (keine Varianz erkennbar)
- Überschreibung mit Variante Überschreibung mit Varianz (Mouseover legt untere Textschicht frei)
- | – vereinheitlichtes Korrektur- und Einfügungszeichen
- – Tilgung (Deleatur)
- – Vertauschung (Transposition)
- Unsichere[?] Entzifferung[?]
- ¿¿¿¿¿¿¿ – nicht entzifferte Graphenfolge
- / – Start bzw. Ende einer Markierung für die Fackel Nr. 890-905
Jerusalemer Konvolut,
fol. [25] recto.
Standort, Signatur
Wien-Bibliothek, Handschriftensammlung, ZPH 2007.
Paginierung oben rechts: "239" (Schreibmaschine)
Textträger, Grundschicht,
Digitalisat
Konvolut bestehend aus sechzehn maschinenbeschriebenen Blättern mit horizontaler Falz auf halber Höhe; teils starke Zerknitterung, Beschädigungen und Einrisse an den Rändern, gelbliche und rötliche Verschmutzungen.
Digitalisiert von der Wienbibliothek im Rathaus mit 400 dpi, 3.784 bis 3.816 Pixel Breite und 4.692 bis 4.736 Pixel Höhe.
Anmerkung:
Horizontale Falz auf halber Höhe, geknickte Ecken, minimale Beschädigungen (Einrisse) der Blattkanten; leichte Verschmutzungen (Stockflecken).
Bearbeitungsschichten
- Bleistift auf Typoskript, eh., Zeitpunkt unklar
- Bleistift, eh., ergänzt auch Lacunae d. ersten Schreibmaschine; schon in DW 1933 berücksichtigt
- Schreibmaschine
- Schreibmaschine
- Bleistift auf Typoskript, eh., Zeitpunkt unklar
- Bleistift, eh., ergänzt auch Lacunae d. ersten Schreibmaschine; schon in DW 1933 berücksichtigt