Topographische Umschriften
Im Andenken an Gerald Krieghofer.
Die Textträger
Bestände. Wichtigster Textträger der Dritten Walpurgisnacht ist das ‚Jerusalemer Konvolut‘ (Df(eH)) in der National Library, Jerusalem. Die übrigen entstehungsgeschichtlich relevanten Textträger bestehen in einer großen Zahl an Notizzetteln (N1, N3–N5), einem Blatt, das einen handschriftlichen Entwurf einer Passage aus Absatz 23 darstellt (HFragment 1), einem Fragment, das den letzten Absatz als Typoskript enthält (TFragment 2), sowie dem Motto (HMotto sowie DfMotto); alle diese Textträger befinden sich in der Wienbibliothek im Rathaus. Das ‚Jerusalemer Konvolut‘ ist in mehrerlei Hinsicht unvollständig: Das Motto stellt einen separaten Bestand dar; das Einschubblatt 266a ist nur im Duplikat des Fahnenabzugs – Df(fH) – im Brenner-Archiv erhalten; das umfangreiche Lanz-von-Liebenfels-Zitat aus der Brenner-Rundfrage ist im ‚Jerusalemer Konvolut‘ ausgespart (nicht jedoch im Typoskript-Fragment des letzten Absatzes, TFragment 2).
Df(eH) – das ‚Jerusalemer Konvolut‘
Textstufe vs. Textstufen. Unter Abzug der erwähnten Passagen liegt die Dritte Walpurgisnacht mit dem ‚Jerusalemer Konvolut‘ vollständig vor – jedoch nicht als geschlossene Textstufe, die einem wie auch immer bestimmten ‚fertigen‘ Text entspräche. Dies liegt einerseits daran, dass der Text vielfach noch nicht zur Druckreife gelangt war: Abschnitte vor allem am Schluss des Textes weisen noch handschriftliche Korrekturen in großem Umfang auf; Einschübe sowie der gesamte letzte Absatz waren noch nicht gesetzt. Zumindest Letzterer weist in der Fassung des ‚Jerusalemer Konvoluts‘ noch sinnentstellende Fehler sowie ungrammatische Passagen auf.
Für das Konvolut kann gar nicht von einer kohärenten Textstufe die Rede sein. Dies ergibt sich aus Kraus’ hier gewählter Arbeitsweise: Grundsätzlich folgte auf das Manuskript ein erster Fahnensatz, dem dann in zahlreichen (oft bis zu fünfzehn) Korrekturdurchgängen weitere folgten (vgl. Wagenknecht 1975, S. 109). Aus Gründen der Zeitersparnis wurde im Fall der Dritten Walpurgisnacht wohl schon mit dem Satz begonnen, bevor die erste Niederschrift des Textes vollständig war (vgl. Stremmel 1982, S. 70). Möglicherweise fanden daher Korrekturen an weit fortgeschrittenen Druckfahnen zugleich mit der ersten Niederschrift anderer Textabschnitte statt. Als die Arbeit am Text abgebrochen wurde, war sie in den einzelnen Abschnitten des ‚Jerusalemer Konvoluts‘ unterschiedlich weit fortgeschritten.
In welche daraus resultierenden Sub-Konvolute das ‚Jerusalemer Konvolut‘ jedoch zu teilen ist, das heißt: wie umfangreich die jeweils zwischen Kraus und Druckerei hin- und hergeschickten Fahnensätze waren, ist letztlich nicht feststellbar – und wird nennenswert verkompliziert durch die (anderen Kraus-Beständen mit einiger Wahrscheinlichkeit entnehmbare) Praxis, dass nicht immer vollständige Korrekturfahnensätze zwischen Kraus und Druckerei zirkulierten, sondern ab einem bestimmten Zeitpunkt nur noch vereinzelt diejenigen Seiten, die noch Korrekturen aufwiesen.
Dennoch lässt sich der bisherigen Forschung folgend feststellen, dass die ersten ca. 60 Blatt kaum Korrekturen aufweisen und demnach in einem weit fortgeschrittenen Stadium gewesen sein müssen, als Ende September 1933 die Arbeit am Konvolut ausgesetzt wurde. Spätere Abschnitte weisen hingegen teilweise noch umfangreiche handschriftliche Korrekturen und Ergänzungen auf, insbesondere auch eingeschobene, noch nicht gesetzte Passagen als Typoskript (beginnend mit dem Einschubblatt 59a). Auch wenn Kraus’ Gewohnheiten entsprechend noch in späteren Phasen umfangreiche Textpassagen eingefügt wurden, kann für diesen mittleren Abschnitt festgestellt werden, dass er von der Fertigstellung noch weiter entfernt war als der erste. Als dritter klar abgegrenzter Abschnitt des Konvoluts kann schließlich sein letzter, nur maschinenschriftlich vorliegender Absatz gelten.
Am Konvolut finden sich einige handschriftliche Notizen, die sich auf einen früheren Textträger zu beziehen scheinen, womöglich – der Abkürzung „M“ und des stark abweichenden Seitenumfangs wegen – auf das Manuskript: „anschl. 50“ (Blatt 110), „anschl. 51–57“ (Blatt 119), „anschl. 58“ (Blatt 134), „195 im M“ (Blatt 251). Ob deswegen jedoch davon auszugehen ist, dass schon etwa der Fahne von Blatt 110 unmittelbar das Manuskript vorausging, muss offen bleiben – auch wenn Korrekturen wie etwa „Vertreter“ > „Untertan“ (Blatt 217) auf ein Fehllesen von Kraus’ Handschrift durch einen Drucker schließen lassen.
Das ‚Jerusalemer Konvolut‘ – Entstehung und Überlieferung. Wie schon festgestellt (s. ‚Entstehung und Überlieferung‘), erstreckte sich die Entstehungszeit der Dritten Walpurgisnacht im Jahr 1933 von frühestens Anfang März bis spätestens Ende September. Während das letztere Datum mit großer Wahrscheinlichkeit auch das Datum des Abbruchs der Arbeit am ‚Jerusalemer Konvolut‘ darstellt, lässt sich freilich nicht sagen, wann der früheste Textträger aus dem Konvolut entstand – zumal, wie festgestellt, sich die ersten Abschnitte schon in einem weit fortgeschrittenen Stadium befanden und entsprechend schon mehrere Korrekturzyklen hinter sich haben mussten. Nach Abbruch der Arbeit 1933 wurde das Konvolut 1934 wieder vorgenommen, um diejenigen Abschnitte zu markieren, die in die Fackel Nr. 890–905 übernommen werden sollten – wobei nicht alle markierten Passagen auch übernommen wurden und umgekehrt auch unmarkierte Passagen in die Fackel Nr. 890–905 einflossen (siehe dazu die entsprechenden Anmerkungen zur annotierten Lesefassung). Die den letzten Absatz betreffenden Markierungen für die Übernahme in die Fackel wurden indes am Typoskript TFragment 2 aus der Sammlung Marcel Faust angebracht.
Nach Kraus’ Tod 1936 brachte Oskar Samek, Kraus’ langjähriger Anwalt, das ‚Jerusalemer Konvolut‘ im Jahr 1937 in die Schweiz; von dort übersandte er es in die USA, wo er 1939 selbst eine Abschrift herstellte (vgl. Wagenknecht 1989/2016, S. 339; Samek/Bloch 1939–1955, 4. 10. 1939). Samek, der 1959 starb, vermachte es der Hebräischen Universität Jerusalem; an der dortigen Bibliothek (heute: National Library of Israel) geriet es in Verstoß und wurde erst 1987 durch Ruben Klingsberg wieder aufgefunden (vgl. N. N. 1987).
Die handschriftlichen Bearbeitungsspuren. Der Textträger weist in den gedruckten und schreibmaschinenschriftlichen Passagen eine große Anzahl an handschriftlichen Bearbeitungsspuren auf. Dabei handelt es sich einerseits um Ergänzungen und Korrekturen des Textes der Dritten Walpurgisnacht, wozu auch Satzanweisungen zählen, andererseits um Anweisungen für den Satz der Fackel Nr. 890–905 im Jahr 1934. Was die Zuordenbarkeit der handschriftlichen Bearbeitungen betrifft, ist die Lage im Großen einfach, im Detail kompliziert: Sämtliche Änderungen, auch solche, die nicht von Kraus’ Hand stammen, können als von Kraus autorisiert bzw. in seinem Sinne gelten. Während in den allermeisten Fällen Kraus’ charakteristische Handschrift in Kurrent und schwarzer Tinte erkennen lässt, dass eine Graphenfolge von ihm stammt, sind sämtliche daraus ableitbaren Umkehrschlüsse unhaltbar – da Kraus gelegentlich auch in lateinischer Schrift, auch mit Bleistift, manchmal sogar gut leserlich schrieb. Dazu kommt, dass die Hauskorrektur des Verlags ebenfalls auf mehr als einen Schreibstoff zurückgriff und dass Korrekturen, deren Schriftbild etwa dem Verlag zuzuschreiben wäre, sowohl in Kurrent- als auch in Lateinschrift stehen können. Verunklärt wird jede Zuschreibung noch dadurch, dass viele Korrekturen zuerst in Bleistift ausgeführt und dann in schwarzer Tinte nachgezogen wurden. Die Unterscheidungen zwischen schwarzer Tinte und Bleistift, zwischen Lateinschrift und Kurrentschrift, zwischen semantisch relevantem Eingriff und der Korrektur von Trivialversehen, zwischen schwer und leicht entzifferbar – diese Unterscheidungen verlaufen nicht deckungsgleich. Dementsprechend wird mit der Zuschreibung einer Graphenfolge an Kraus vorsichtig umgegangen.
(Anmerkung: Das fehlende Blatt 266a aus dem Duplikat des ‚Jerusalemer Konvoluts‘ (Df(fH), Brenner-Archiv, Innsbruck) wurde als separate Transkription angelegt.)
TFragment 2 – Typoskript „Wenn ich mich nun frage“
Der Textträger stammt aus der erst 2023 von der Wienbibliothek angekauften „Sammlung Karl Kraus – Marcel Faust“. Er umfasst 16 Typoskriptblätter mit umfangreichen Überarbeitungsspuren in Bleistift, Radiergummi, Tinte und Schreibmaschine (die sich von der Grundschicht durch stärkere Pigmentierung unterscheidet); zahlreiche Überarbeitungen werden auch selbst Gegenstand von Überarbeitungen und Rücknahmen. Einige der Änderungen sind in die vom ‚Jerusalemer Konvolut‘ repräsentierte Stufe eingegangen; andere, umfangreiche, nicht. Stattdessen wurden diese erst in der Fackel Nr. 890–905 umgesetzt. Die Zuordenbarkeit der handschriftlichen Bearbeitungen entspricht der des ‚Jerusalemer Konvoluts‘, wobei hier viele Fälle hinsichtlich der früheren Textstufe und des vermehrt inhaltlichen Charakters der Eingriffe eher Kraus zuzuordnen sind. Das Konvolut wurde mit Schreibmaschine foliiert („234“ bis „242“). Während es tatsächlich mehr Text enthält als der letzte Absatz des ‚Jerusalemer Konvoluts‘, ist die niedrigere Seitenzahl ein Hinweis auf den von Stufe zu Stufe teils stark erweiterten Umfang der Dritten Walpurgisnacht.
Zur Stellung des Textträgers in der Textgenese. Die unterschiedliche Berücksichtigung dieser Überarbeitungen lässt sich erklären, wenn man eine Sonderstellung dieses Typoskriptkonvoluts in der Textgenese annimmt: Als Vorstufe zum ‚Jerusalemer Konvolut‘ einerseits und als Vorstufe zur Fackel Nr. 890–905 andererseits. Diese hätte dann allerdings in den diesen Absatz entnommenen Passagen das ‚Jerusalemer Konvolut‘ nicht berücksichtigt. Davon, dass aus dem Typoskriptkonvolut direkt für die Fackel des Jahres 1934 gesetzt wurde, sprechen auch die hier vorzufindenden roten Markierungen, die im ‚Jerusalemer Konvolut‘ die für die Fackel bestimmten Passagen bezeichnen – und so auch hier (siehe etwa Blatt 232/[5r]).
Indes stellt TFragment 2 für das ‚Jerusalemer Konvolut‘ keine direkte Vorstufe dar. Das bezeugen Passagen des ‚Jerusalemer Konvoluts‘, die von der Grundschicht des TFragment 2 abweichen und dort auch nicht in Korrekturen angelegt sind (so weist das erste Blatt keine Anführungszeichen um „Stellungsnahme“ auf, die im ‚Jerusalemer Konvolut‘ auf Blatt 269/[283] Teil der Grundschicht sind). Dasselbe gilt im Übrigen für das Verhältnis des TFragment 2 zur Fackel Nr. 890–905 (was beim Schritt von Typoskript zum publizierten Druck auch nahe liegt). So sind etwa die „Feuilletonisten“ (ebenfalls erstes Blatt) noch keine „Schwätzer“. Andererseits gibt es Korrekturen, die im ‚Jerusalemer Konvolut‘ durchgeführt, für die Fackel Nr. 890–905 jedoch wieder zurückgenommen wurden (etwa der gestrichene „Übermut der Ämter“ auf fol. 235/[8]).
HMotto und DfMotto – Manuskript und Druckfahne des Mottos
Das Motto der Dritten Walpurgisnacht umfasst eine Auswahl an Zitaten aus Goethes Faust und befindet sich in der Wienbibliothek im Rathaus, im „Teilnachlass Karl Kraus“, welcher der Bibliothek 1955 von den Nachkommen Helene Kanns übergeben wurde (vgl. Böhm 2022, S. 387). Dort liegt es in zwei Stufen vor: einer handschriftlichen und einer Druckfahne. Die Handschrift (eh.) umfasst sieben Blatt und weist zahlreiche – wahrscheinlich im Schreibprozess bzw. seiner unmittelbaren Folge getätigte – Eingriffe des Autors auf. Diese sind teils orthographischer Natur, vor allem aber befassen sie sich mit der Auswahl von Faust-Zitaten, der Rückgängigmachung solcher Auswahl (siehe z. B. die Verszeile „Doch muß ich solche Künste [loben]“, V. 7942, hier auf fol. 4) und der Anordnung der Zitate. Verschiedene Hinweise legen die Existenz von nicht mehr erhaltenen Zwischenstufen zwischen Handschrift und Druckfahne nahe – ob auf der Ebene einzelner Zeichen, die in der Grundschicht der Druckfahne nicht der Handschrift entsprechen (siehe etwa den Vers „Ein widrig Volk! Doch darf mich’s nicht verdrießen,“, der im Druck „Ein widrig Volk! Doch darf’s mich nicht verdrießen,“ lautet, fol. 2) oder in Hinblick auf die Anordnung der Verszitate im Großen (siehe fol. 7). Die Druckfahne stellt die letzte erhaltene Stufe des Mottos dar und weist Korrekturen nur in sehr geringer Zahl auf; die Frage, ob diese Textstufe auch der des ‚Jerusalemer Konvoluts‘ entspricht, ist allein schon aufgrund der diversen Zusammensetzung dieses letzteren (siehe oben) nicht beantwortbar.
TParalipomenon – Typoskript „[Was die allgemeinen] Erwartungen betrifft“
Das Typoskript unterscheidet sich, wie schon TFragment 2, im Seitenspiegel deutlich von den Typoskriptblättern, die Teil des ‚Jerusalemer Konvoluts‘ sind. Es gehört zu einem derjenigen Teile des „Teilnachlasses Karl Kraus“, die von Paul und Sophie Schick im Zuge der Erschließung gemeinsam mit anderen Kraus-Materialien gebunden wurden (die Kraus als Quellen dienenden Ausschnitte aus Verlagskatalogen wurden in denselben Band eingeklebt). Das Typoskript enthält Korrekturen in Bleistift und Schreibmaschine – letztere ersetzen offenbar schon Bleistiftkorrekturen aus einem früheren Korrekturdurchgang. Das Paralipomenon setzte offenbar (vgl. Wagenknecht 1989/2016) ursprünglich den Satz „Was die allgemeinen Erwartungen betrifft, so wäre man schon ein gründlicher Miesmacher, wollte man nicht mit einem zukunftsträchtigen »Ja« zu ihnen stehen […]“ fort (Blatt 26), wurde jedoch aus der Dritten Walpurgisnacht ausgeschieden. Es ist unvollständig – ein auf Blatt 34/[1] referenziertes Blatt 34a ist nicht Teil des Konvoluts. Großflächig quer durchgestrichene Passagen stellen vermutlich Tilgungen dar. Zwei Ausschnitte aus dem im Text behandelten Verlagskatalog sind Teil desselben Bestands in der Wienbibliothek (Blatt 117r und 118r).
Darstellungskonventionen
Die topographische Transkription. Die topographische Transkription berücksichtigt neben der exakten Zeichenfolge, neben Korrekturen und Zeilenfall auch und vor allem die Verteilung der zu transkribierenden Texteinheiten auf dem Textträger (bzw. dessen Faksimile) und bildet dessen Topographie mimetisch nach. Auch darüber hinaus wird eine mimetische Entsprechung (und damit intuitive Lesbarkeit) der Transkription angestrebt, etwa hinsichtlich Typographie und Schriftbild sowie Farbigkeit. So wird den Nutzer:innen die Herstellung der Korrespondenz zwischen Faksimile und Umschrift ermöglicht und auf dieser Grundlage die Rekonstruktion der Textgenese über die dem ‚Jerusalemer Konvolut‘ ablesbaren Bearbeitungsschritte. Auch werden so sämtliche editorischen Entscheidungen und Entzifferungen, die der Lesefassung zugrunde liegen, für den Nachvollzug transparent.
Nichtsdestotrotz ist das bestimmende Prinzip der Mimesis die Abweichung: Auch und gerade bei einem Autor wie Kraus, dessen Unermüdlichkeit in puncto Fahnenkorrektur mit einem sehr disziplinierten Einsatz der konventionellen Korrekturzeichen einhergeht, entstehen aus Variation, Rekombination sowie vielfach Rücknahme und Korrektur der Korrektur Konstellationen, deren Formenreichtum und Verschachtelungen in der computergestützten Darstellung nicht ohne Abstriche beizukommen ist.
Nachgebildet wurden die Platzierung der Textblöcke, die Farbe des Schreibmaterials (ggf. verdeutlichend), die Druck- und Maschinentype (als Antiqua und nichtproportionale bzw. ‚Monospace‘-Type), Überschreibungen mit Varianten und ohne Varianten sowie Unterstreichungen.
Nicht nachgebildet wurden Druckfehler sowie Stempel und Beschädigungen am Textträger (siehe jedoch die Anmerkungen in der Info-Box).
Als rein graphische Zeichen werden die Verbindungslinien zwischen Textblöcken (im Fall etwa von Einfügungen) nicht nachgebildet. Blockpfeile indes stellen Anfang und Ende der Markierungen von Textabschnitten dar, die in die Fackel Nr. 890–905 übernommen werden sollten.
Lateinschrift und Kurrentschrift bei handschriftlichen Graphenfolgen wurden auf (lateinische) Grotesk-Schrift vereinheitlicht; Kraus zugeordnete Graphenfolgen stehen in kursiver Grotesk.
Vereinheitlicht wurden zudem die meisten Korrekturzeichen (zum vertikalen Balken); ihre exakte Platzierung in den Spatien des Drucktextes wurde nicht berücksichtigt (stattdessen sind sie Teil der Zeichenfolge). Sämtliche Tilgungen durch Streichung sowie Radieren werden zu horizontalen Durchstreichungen vereinheitlicht, Korrekturen auch von als solche markierten Setzfehlern – Zwiebelfischen, Fliegenköpfen – derzeit noch zu Substituierungen. Die Korrektur überschüssiger Spatien wird als Tilgung dargestellt. Ob bei der Rücknahme einer Korrektur auch das Korrekturzeichen in der Marginalie getilgt wurde oder nicht, wird bei der Darstellung durch Durchstreichung nicht berücksichtigt; ebenso wenig, ob mehrere Rücknahmen separat oder durch eine einzige Durchstreichung durchgeführt wurden.
Handschriftliche Passagen werden standardmäßig linksbündig dargestellt; ebenso sind die stark variierenden Einrückungen von Anweisungen an den Drucker zur Schriftgröße („garm“, „col“) vereinheitlicht.
Die maschinenschriftlichen doppelten Anführungszeichen wurden aufgrund der im Unicode fehlenden Entsprechung zum tiefgestellten " zu deutschen doppelten Anführungszeichen vereinheitlicht.
Unleserliche Graphen werden durch umgekehrte Fragezeichen ersetzt, unsicheren Entzifferungen folgt ein Fragezeichen in eckiger Klammer.
Infospalte und Highlighting-Mechanismus
Die Infospalte. Die Infospalte ermöglicht den Wechsel zwischen verschiedenen Ansichten von Faksimile und Transkription sowie das Einblenden der Legende. Neben Identifikation und Beschreibung des Textträgers listet sie die Bearbeitungsschichten, die, je nach Eruierbarkeit, nach Schreibwerkzeug, Zeitpunkt und Hand der Bearbeitung unterschieden werden. Zusätzlich listet sie die am Textträger für die Verwendung in der Fackel Nr. 890–905 angebrachten Markierungen mit Verweis auf die Stelle des Abdrucks in der publizierten Ausgabe. Des Weiteren führt ein Link zu der der Seite entsprechenden Textstelle in der annotierten Lesefassung.
Highlighting (BETA).
Vielfach finden sich in den Fahnen mehrere Korrekturen pro
Druckzeile. Um trotz der Vereinheitlichung der Korrekturzeichen auf den
senkrechten Balken die korrigierten Passagen innerhalb des Satzspiegels der
Korrektur in der Marginalie zuordenbar zu machen, sind die zu einer
Korrektur gehörenden Elemente durch einen (in der Infospalte aktivierbaren)
Highlighting-Mechanismus verbunden: Mouseover über einem der Elemente hebt
es gemeinsam mit seinem Gegenstück optisch hervor. (Zur Entlastung der
Darstellung sind davon die Balkenpfeile der Markierungen für die
Fackel Nr. 890–905 ausgenommen.) Zudem hebt Mouseover in
der Infospalte bestimmte Passagen der Transkription hervor: Dies gilt für
die Einträge in der Liste der Bearbeitungsschichten, in der Liste der
Markierungen für die Fackel Nr. 890–905 sowie in der Liste der
überschreibenden Korrekturen.
Der Highlighting-Mechanismus befindet sich aktuell in der BETA-Phase.
Legende 
- Drucktext
- Typoskript
- Handschriftlicher Text, Karl Kraus
- Handschriftlicher Text, Druckerei oder Karl Kraus
- Graphenfolge in schwarzer Tinte
- Graphenfolge in Blei
- Graphenfolge in rotem Farbstift
- Graphenfolge in blauer Tinte
- Graphenfolge in blauem Farbstift
Durchgestrichene GraphenfolgeZurückgenommene DurchstreichungRadierte Graphenfolge- Unterstreichung
- Zurückgenommene Unterstreichung
- Graphenfolge mit Umrandung
- Zurückgenommene Umrandung
- Handschriftlicher Text, nachgezogen (keine Varianz erkennbar)
-
Überschreibung mit VarianzÜberschreibung mit Varianz
(Mouseover legt untere Textschicht frei)
- | – vereinheitlichtes Korrektur- und Einfügungszeichen
- – Tilgung (Deleatur)
- – Vertauschung (Transposition)
- Unsichere[?] Entzifferung[?]
- ¿¿¿¿¿¿¿ – nicht entzifferte Graphenfolge
- / – Start bzw. Ende einer Markierung für die Fackel Nr. 890–905





