Visualisierungen zur digitalen Edition der Dritten Walpurgisnacht

Visualisierungen der Textträger

Visualisierung und Textgenese. In den hier präsentierten Visualisierungen werden die verschiedenen Textträger der Dritten Walpurgisnacht in ihrem Verhältnis zueinander dargestellt; Grundlage dieses Verhältnisses ist textuelle Korrespondenz zwischen den Textträgern. Auf den horizontalen Achsen sind die Textträger bzw. Konvolute dargestellt, ihre Länge entspricht proportional dem Textumfang. Auf den Textträgern sind diejenigen Passagen hervorgehoben, die mit Passagen auf vorangegangenen oder nachfolgenden Textträgern korrespondieren; textuelle Varianz innerhalb der korrespondierenden Passagen ist nicht berücksichtigt.

Die vertikale Achse stellt dabei die logische Abfolge der Textträger dar – die nicht mit der chronologischen übereinstimmen muss: Während etwa Notizzettel den Druckfahnen logisch vorausgehen, können einzelne davon zeitlich durchaus später entstanden sein als frühere Sub-Konvolute der Druckfahnen. Aufgrund der lückenhaften Überlieferung kann zudem die Abfolge der Textträger bzw. der korrespondierenden Textpassagen nicht als unmittelbare genetische Folge gelten.

Die Visualisierung stellt die Verbindung zwischen den miteinander korrespondierenden Passagen in verschiedenen Textträgern her. Dazu ist jede Passage im jeweiligen Textträger verortet und durch Beginn und Ende ihres Wortlauts identifizierbar. Zudem ist sie mit einem Link zur Transkription des Blatts ausgestattet, auf dem die Passage beginnt, sofern dieses Teil der Edition ist. Jeder Passage zugeordnet sind die Entsprechungen auf späteren und früheren Textträgern; visuell wird diese Entsprechung mittels Bézierkurven dargestellt.

Textträger der Dritten Walpurgisnacht

Die erste Visualisierung stellt alle Textträger der Dritten Walpurgisnacht bis zum ‚Jerusalemer Konvolut‘ zusammen (dieses eingeschlossen). Sie umfasst 129 Notizzettel (N1, N3, N4), einen handschriftlichen Entwurf (HFragment 1; schon in Langkabel 2024, S. 166f. ediert), das Manuskript des Mottos (HMotto), das Paralipomenon sowie den Absatz 64 als Typoskript (TParalipomenon und TFragment 2) sowie das Motto und das ‚Jerusalemer Konvolut‘ in Form von Druckfahnen (DfMotto und Df(eH) – ‚Jerusalemer Konvolut‘). Zwischen den Textträgern wurden ca. 350 Korrespondenzen festgestellt, auch sie sind teil der Visualisierung.

Dritte Walpurgisnacht und Fackel Nr. 890–905

Die zweite Visualisierung fokussiert auf das Verhältnis der Dritten Walpurgisnacht zur Fackel Nr. 890–905. Sie umfasst darum diejenigen Textträger, von denen mit einiger Sicherheit davon ausgegangen werden kann, dass sie der Textgenese der Fackel unmittelbar vorausgehen: das Typoskript des Absatzes 64 (TFragment 2), das Motto und das ‚Jerusalemer Konvolut‘ in Form von Druckfahnen (DfMotto und Df(eH) – ‚Jerusalemer Konvolut‘) und die im Juli 1934 gedruckte Fackel, in der große Teile der Dritten Walpurgisnacht übernommen wurden, meist direkt vom aufbewahrten Stehsatz dieses Textes, in anderen Fällen neu gesetzt. Zwischen den Textpassagen dieser Textträger werden ca. 220 Korrespondenzen angezeigt.

Interaktivität

Die Visualisierungen sind stufenlos zoombar und lassen sich per Drag-and-Drop verschieben. Hover über einen Textträger hebt die mit anderen Textträgern korrespondierenden Passagen hervor, Hover über die Passage zeigt diese Verbindung als Bézierkurve an. Zusätzlich enthält die Darstellung in der Seitenleiste eine Liste der Textträger sowie der in ihnen enthaltenen Passagen. Die Entsprechung zu anderen Passagen kann hier ebenfalls nachvollzogen werden. Die Einteilung der Textträger in Abschnitte (Absätze im Fall des ‚Jerusalemer Konvoluts‘) lässt sich in der rechten Seitenleiste ein- und ausschalten; die Seitenleiste kann ausgeblendet werden. Die Darstellung der Textträger und Textpassagen entspricht in der Länge proportional dem jeweiligen Textumfang; bloß sehr kleinen Maßen wurde aus Gründen der Sichtbarkeit eine Mindestgröße zugewiesen.

Quellen

Langkabel 2024
Isabel Langkabel: Karl Kraus und seine späte „Sprachlehre“. Kontext, Edition und Erläuterung zu Texten aus dem Nachlass. Wien: Böhlau 2024.
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