(Bildquelle: Wienbibliothek im Rathaus)
die Züchtung ders Rassenmenschen || erfolgreich angebahnt hat.An einer Rund-
frage des „‚Brenner“‘,(anlässlich einer geringfügigen Schmähung
meines Wirkens,die seither weit übertroffen wurde,)war er mit
einer Antwort beteiligt,deren Reproduktion nach genau zwan-
zig Jahren nicht so || sehr meine Eitelkeit als meine Vorliebe für
Kontraste befriedigen soll: Karl Kraus'Bedeutung ist eine allgemeine.Wer in hihm nur den
phänomenalen Sprachkünstler,den ätzend scharfen Satiriker
und den geistvollen Kritiker sieht,wird diesem Genius nicht
gerecht.All diese BVorzüge und Eigenschaften sind bei Kraus
nur Waffen und Werkzeuge seines Wissens.Sein Wesen aber ist
sein grosses,tief menschlich fühlendes,jedes fremde Unrecht
als einen|persönlichen,körperlichen Schmerz empfindendes Herz
und seine unbestechliche Rechtlichkeit.In Kraus vereinigt sich
ein genialer Intellekt mit einem warmfühlenden Herzen.Er ist
der Mann und Märtyrer der publizistischen UÜberzeugungstreue.
Diesem Manne verdanken wir es - ich kann mich hierin als völlig
objektiven Beurteiler ausgeben,weil mein Wirkungskreis ein
wissenschaftlich-religiöser ist und ich in jeder Hinsicht unab-
hängig bin - :dass die bisher nur auf dem LPapier stehende Press-
freiheit,die im Grunde nur eine Banditenfreiheit für literari-
sche Freibeuter,finanzielle und politische Volksbetrüger war,zur
Tat geworden ist.Er hat dem deiie ganze Welt beherrschenden lite-
rarischen Journsal-Drachen die (Zähne ausgeschlagen. - - Was Kai-
sern,Königen,Fürsten,Parlamenten und Regierungen mit ihren unge-
heuren Machtmitteln nicht gelungen ist,das hat dieser Mann allein,
ohne jedcgliche Hilfe lediglich durch die Mittel seiner genialen
Begabung vollbracht.Er hat die jüngste und srärkste Grossmacht,
den Tyrannen unseres modernen Tschandalenzeitalters,die Press-
Legende
- Drucktext
- Typoskript
- Handschriftlicher Text, Karl Kraus
- Handschriftlicher Text, Druckerei oder Karl Kraus
- Graphenfolge in schwarzer Tinte
- Graphenfolge in Blei
- Graphenfolge in rotem Farbstift
- Graphenfolge in blauer Tinte
- Graphenfolge in blauem Farbstift
Durchgestrichene GraphenfolgeZurückgenommene DurchstreichungRadierte Graphenfolge- Unterstreichung
- Zurückgenommene Unterstreichung
- Graphenfolge mit Umrandung
- Zurückgenommene Umrandung
- Handschriftlicher Text, nachgezogen (keine Varianz erkennbar)
-
Überschreibung mit Varianz
Überschreibung mit Varianz
(Mouseover legt untere Textschicht frei)
- | – vereinheitlichtes Korrektur- und Einfügungszeichen
- – Tilgung (Deleatur)
- – Vertauschung (Transposition)
- Unsichere[?] Entzifferung[?]
- ¿¿¿¿¿¿¿ – nicht entzifferte Graphenfolge
- / – Start bzw. Ende einer Markierung für die Fackel Nr. 890–905
TFragment 2 – Typoskript „Wenn ich mich nun frage“, fol. [6r]
Standort, Signatur
Wienbibliothek im Rathaus, AC16976583, ZPH 2007.
Foliierung oben rechts: "233" (Schreibmaschine)
Textträger, Grundschicht,
Digitalisat
Konvolut bestehend aus sechzehn maschinenbeschriebenen Blättern mit horizontaler Falz auf halber Höhe; teils starke Zerknitterung, Beschädigungen und Einrisse an den Rändern, gelbliche und rötliche Verschmutzungen.
Digitalisiert von der Wienbibliothek im Rathaus mit 400 dpi, 3.784 bis 3.816 Pixel Breite und 4.692 bis 4.736 Pixel Höhe.
Anmerkung:
Horizontale Falz auf halber Höhe, mittelstarke Beschädigungen vor allem der unteren rechten Blattkante; deutliche Knickspuren entlang der unteren Blattkante.
Bearbeitungsspuren
- Schreibmaschine
- Radierer; Sofortkorrektur erste Schreibmaschinenschicht
- Bleistift, eh.
- Bleistift; in DW 1933 berücksichtigt
- Bleistift, eh.; in DW 1933 berücksichtigt
- Bleistift; erst in F 890–905 berücksichtigt
- Bleistift, eh.; erst in F 890–905 berücksichtigt
Überschreibende Korrekturen
- Schreibmaschine
- Bleistift, eh.
- Bleistift; in DW 1933 berücksichtigt
- Bleistift, eh.; in DW 1933 berücksichtigt
- Bleistift; erst in F 890–905 berücksichtigt